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Der Bausachverständige 03/2017

Wir erklären ausdrücklich, dass wir in keiner Beziehung zu den Verlagen der bezeichneten Zeitschriften stehen und auch mit den Inhalten nichts zu tun haben. Es findet keine Verlinkung zu den Angeboten der Verlage statt. In der Online-Bibliothek werden keine Texte von Dritten übernommen, sondern nur Informationen über Zeitschrifteninhalte veröffentlicht.

  • Autor: Christian Soring
  • Autor: Kathrin Otten/Klaus Littmann

    Die Dauerhaftigkeit von porösen Baustoffen wird zu großen Teilen durch deren hygrische Eigenschaften bestimmt. Frostschäden, Eintrag von bauschädlichen Salzen, biologischer Bewuchs und die Verschlechterung der Dämmeigenschaften sind bekannte Beispiele für Veränderungen,
    welche durch Feuchte verursacht werden. Um diese Veränderungen am Bauwerk frühzeitig zu erkennen und dadurch entstehenden Bauschäden vorzubeugen, kann in einigen Fällen eine Feuchteüberwachung sinnvoll sein. Im Rahmen dieser Studie wurde eine im Bereich der Holztechnik angewandte elektrische Holzfeuchtemessung zur Feuchteüberwachung nach dem Widerstandsprinzip auf ihre Eignung zur Materialfeuchtemessung an hydrophobiertem und unbehandeltem Mörteln hin untersucht. Hierzu wurden elektrische Widerstandsmessungen bei unterschiedlichen Temperaturen an Prüfkörpern aus Normalund imprägnierend hydrophobierten Mörteln, welche mit elektrisch leitenden Elektroden versehen wurden, durchgeführt. Die Widerstände wurden mit einem Datenlogger für den Gigaohm-Bereich aufgenommen, wodurch im Gegensatz zu früheren Messungen auch Werte im niedrigen Materialfeuchtebereich gemessen werden konnten. Anhand gravimetrischer Vergleichsmessungen wurden Widerstandskennlinien ermittelt, welche mit einer zufriedenstellenden Genauigkeit die temperaturunabhängige Messung und Überwachung der Materialfeuchte ermöglichen.

  • Autor: Karl-Uwe Voß

    Bei der Bestimmung der Abreißfestigkeit von Bauteilen handelt es sich um eine Prüfung, bei der sowohl die Prüfungsdurchführung als auch die Bewertung der Ergebnisse in Abhängigkeit von den zu beurteilenden Produkten geregelt ist. Das bedeutet, dass die Ausführungsanweisungen der einschlägigen Technischen Regelwerke bzw. Merkblätter selbst bei so artverwandten Materialien wie Beton und Estrich nicht vollständig übereinstimmen.

    Besonders kritisch ist, dass die Ausführungsanweisungen in einigen Regelwerken auch nicht ausreichend detailliert beschrieben sind. So ist die sachgerechte Vorgehensweise bei der Prüfung und Bewertung der Oberflächenzugfestigkeit von Betonflächen in einem ausreichenden
    Umfang beschrieben und geregelt, während es bei der Prüfung von Estrichkonstruktionen immer wieder intensive Diskussionen zwischen den in diesem Bereich tätigen Prüfstellen bzw. Sachverständigen gibt. Aus diesem Grunde beschäftigt sich der nachfolgende Artikel im Besonderen mit der Ermittlung der Haftzugfestigkeit zur Bewertung des Verbundes von Estrichkonstruktionen.

    Anmerkung: Zur Definition der Begrifflichkeiten »Abreißfestigkeit«, »Oberflächenzugfestigkeit« und »Haftzugfestigkeit«

  • Autor: Peter Schewe
  • Autor: Andreas Tretter

    In sich verfestigenden fluiden Systemen beobachtet man unter ungünstigen Umständen das Auftreten sogenannter »Nadelstiche«, oft auch englisch »pinholes« genannt. Diese zeichnen sich als kleinste Poren in der fertigen Oberfläche in Form dunkler Pünktchen ab und stellen nicht nur einen sichtbaren optischen Mangel dar, sie können auch als ein erster Auslöser für Folgeschäden fungieren, so z. B. als Eintrittspforte für unerwünschte Feuchtigkeit mit all ihren negativen Folgen. Dieses Phänomen wird auch bei wasserbasierten Beschichtungssystemen
    beobachtet, die durch ihre besondere Verfilmungs-Charakteristik eher zur Bildung von »Nadelstichen« neigen. Die Entstehung von Nadelstichen erscheint nur auf den ersten Blick einfach, und ihre Sanierung kann sich als problematisch erweisen.

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  • Autor: Sebastian Sage

    »Die barrierefreie Schwelle haben wir ins Nirwana geschickt« sagte wörtlich Dr.-Ing. Rainer Henseleit bei der Vorstellung des neuen Normwerks zur Abdichtung von Baikonen und Terrassen
    auf den Aachener Bausachverständigentagen im April 2017. Dr.-Ing. Rainer Henseleit ist Obmann im Normungsausschuss DIN 18531 und dort Vertreter des Industrieverbands Bitumen-Dach- und Dichtungsbahnen e.V. Nirwana ist nach Meinung dieses Ausschusses das vorläufige Ergebnis einer Entwicklung, nach der alle Landesbauordnungen das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG 2002) umgesetzt haben.

  • Autor: Uwe Reese

    Vom Sachverständigen wird besondere fachliche Kompetenz, hohe persönliche Integrität und ausgeprägte Neutralität erwartet, wenn Kunden Gutachten oder Beratungsleistungen beauftragen. In der Baubranche treten Sachverständige unter verschiedenen Bezeichnungen auf.

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  • Autor: Peter Bleutge

    Der Beitrag greift Grundsatz- und Detailvorschläge zur JVEG-Reform aus den vergangenen Jahren auf zur Verbesserung des Systems und einzelner Tatbestände der Sachverständigenvergütung bei Gerichtsauftrag.

    Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) hat mit Schreiben vom 1.3.2017 alle Verbände aus dem Sachverständigenbereich angeschrieben und um Novellierungsvorschläge gebeten. Eine solche Novellierung ist notwendig, weil die derzeitigen Honorare und Auslagenpauschalen vier Jahre unverändert in Kraft sind und eine Novellierung wiederum mehrere Jahre dauern dürfte. Die letzte Novelle datiert zwar vom 3.6.2013, beruht aber auf den Ergebnissen einer Befragung durch Prof. Hommerich im Jahre 2009.

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  • Autor: Peter Bleutge

    Der Beitrag zeigt die Möglichkeiten zur Einschränkung der Haftung im Zusammenhang mit der Erstattung von Privatgutachten auf.

    Die Haftung des Sachverständigen für einen Schaden, der durch ein fehlerhaftes Gutachten im außergerichtlichen Bereich verursacht wird, begleitet den Sachverständigen wie ein ständiger
    Schatten. Naturgemäß versucht er dieses Haftungsrisiko zu minimieren oder gar gegen Null zu fahren. Zum einen formuliert er in seinem Vertrag mit dem Auftraggeber Ausschlussklauseln,
    zum anderen schließt er eine entsprechende Haftpflichtversicherung ab. Diese und andere Möglichkeiten zur Einschränkung der Haftung zeigt nachstehende Kurzübersicht auf, die den Charakter einer Hinweis- und Warnfunktion haben soll und keine absolut sicheren Vertragsformulierungen zu diesem Themenbereich bietet. Ausgangpunkt ist der Werkvertrag, weil der BGH den Gutachten vertrag wiederholt den §§ 631 ff. BGB zugeordnet hat. Nicht abgehandelt werden die Mängelansprüche (Nacherfüllung, Minderung, usw.), die verschuldensunabhängig sind
    und keine Schadensersatzansprüche darstellen. Maßgebende Bestimmung ist § 280 BGB, nach der jeder »Schuldner« bei Nachweis einer schuldhaften Pflichtverletzung den hierdurch entstehenden Schaden ersetzen muss.

  • Autor: Antje Boldt

    Der Beitrag wurde als Vortrag auf den 43. Aachener Bausachverständigentagen am 3.14. April 2017 gehalten und befasst sich mit der Fragestellung, welche urheberrechtlichen Rahmenbedingungen bei der Erstellung von Privat- und Gerichtsgutachten zu beachten sind.

    Die wesentliche Tätigkeit eines Sachverständigen besteht darin auf Basis seiner Begutachtung ein Sachverständigengutachten zu erstellen. Er tut dies entweder in privatem Kontext für seinen Auftraggeber oder als gerichtlich bestellter Sachverständiger. Im Rahmen der Gutachten werden häufig Texte, Skizzen, Abbildungen, DIN-Normen oder Ausdrucke aus dem Internet, z.B.
    von Google-Maps, verwendet. Diesbezüglich ist fraglich, ob hier fremdes Urheberrecht zu beachten ist und welche Rahmenbedingungen beachtet werden müssen.

  • Autor: Paul Popescu

    Der Beitrag beleuchtet die wesentlichen Neuregelungen des neuen Bauvertragsrechts mit Wirkungen für Architekten, Ingenieure und Sachverständige.

    Selten war ein Gesetzesvorhaben derart umstritten wie die beabsichtigte Reform eines neuen Bauvertragsrechts. Vom Bundestag am 9.3.2017 verabschiedet und am 31.3.2017 durch den Bundesrat gebilligt, tritt es nunmehr für alle ab dem 1.1.2018 geschlossenen Verträge in Kraft. Für Verträge, die vorher geschlossen worden sind, gilt weiterhin die bisherige Rechtslage. Die Reform wird insbesondere auch für Architekten, Ingenieure und Sachverständige eine Vielzahl nicht unbedeutender Neuerungen mit sich bringen. Die wesentlichen Neuregelungen und die damit verbundenen Fragen werden nachfolgend näher beleuchtet.

  • Autor: Jennifer Essig

    Gerichtlich bestellte Sachverständige sind regelmäßig damit konfrontiert, dass zur Ermittlung von Mangelursachen zerstörende Bauteilöffnungen erforderlich werden, bevor die eigentlichen Feststellungen getroffen werden können, die Grundlage der Gutachtenerstattung sind. Eine solche Tätigkeit des Sachverständigen wirft eine Vielzahl von Fragen auf: Muss der Sachverständige nicht nur das Bauteil öffnen, sondern es auch wieder fachgerecht verschließen? Gehören dazu auch Leistungen an Gebäudeteilen, die nicht von der Bauteilöffnung unmittelbar betroffen sind? Haftet der Sachverständige, wenn bei den Arbeiten Schäden entstehen? Ist eine solche Tätigkeit versichert?

    Es kann daher nicht verwundern, wenn Sachverständige Bauteilöffnungen nicht selbst vornehmen wollen, sondern erwarten, dass der jeweilige Beweisführer die Bauteilöffnung veranlasst. Gleichwohl wird seit langem kontrovers diskutiert, ob der Sachverständige durch gerichtliche Weisung dazu verpflichtet werden kann, solche handwerklichen Aufgaben eigenverantwortlich vorzunehmen. Eine Entscheidung durch den BGH steht nach wie vor aus. In jüngerer Zeit wird den Sachverständigen aber immerhin der Rücken gestärkt und ihnen eine prozessuale Möglichkeit an die Hand gegeben, sich gegen entsprechende Weisungen des Gerichts zu wenden.

  • Autor: BGH, Urteil vom 16.3.2017 - VII ZR 197/16

    Ein zunächst nicht gegen ein gesetzliches Verbot verstoßender Werkvertrag kann auch dann nach § 1 Abs. 2 Nr. 2 SchwarzArbG, § 134 BGB nichtig sein, wenn er nachträglich so abgeändert wird, dass er nunmehr von dem Verbot des § 1 Abs. 2 Nr. 2 Schwarz ArbG erfasst wird.

  • Autor: BGH, Urteil vom 24.3.2016 - VII ZR 201/15

    Der vom Auftragnehmer im Rahmen eines Einheitspreisvertrags auf der Grundlage des Formblatts 221 (VHB 2008) kalkulierte Zuschlag für Wagnis ist nicht als ersparte Aufwendung von der Vergütung nach § 649 Satz 2 BGB, § 8 Nr. 1 Abs. 2 VOB/B (2006) in Abzug zu bringen, da hiermit das allgemeine unternehmerische Risiko abgesichert werden soll.

  • Autor: BGH, Urteil vom 19.1.2017 - VII ZR 301/13

    1. Der Besteller kann Mängelrechte nach § 634 BGB grundsätzlich erst nach Abnahme des Werks mit Erfolg geltend machen.

    2. Der Besteller kann berechtigt sein. Mängelrechte nach § 634 Nr. 2 bis 4 BGB ohne Abnahme geltend zu machen, wenn er nicht mehr die (Nach-)Erfüllung des Vertrags verlangen kann und das Vertragsverhältnis in ein Abrechnungsverhältnis übergegangen ist. Allein das Verlangen eines Vorschusses für die Beseitigung eines Mangels im Wege der Selbstvornahme genügt dafür nicht. In diesem Fall entsteht ein Abrechnungsverhältnis dagegen, wenn der Besteller ausdrücklich oder konkludent zum Ausdruck bringt, unter keinen Umständen mehr mit dem Unternehmer, der ihm das Werk als fertiggestellt zur Abnahme angeboten hat, zusammenarbeiten zu wollen.

  • Autor: BGH, Urteil vom 16.6.2016 - VII ZR 29/13

    Abschlagszahlungsregelungen, die vorsehen, dass der Auftraggeber trotz vollständig erbrachter Werkleistung einen Teil des Werklohns einbehalten darf, können zur Unwirksamkeit einer Sicherungsabrede betreffend eine Vertragserfüllungsbürgschaft führen, wenn sie in Verbindung
    mit dieser bewirken, dass die Gesamtbelastung durch die vom Auftragnehmer zu stellenden Sicherheiten das Maß des Angemessenen überschreitet.

  • Autor: KG, Beschluss vom 23.2.2017 - 21 U 126/16

    Die folgende Vertragsstrafenregelung hält einer Inhaltskontrolle nach § 307 Abs. 1 BGB nicht stand und ist daher in Allgemeinen Geschäftsbedingungen unwirksam: »Überschreitet der Auftragnehmer die Vertragstermine (Zwischen- und Endtermine) schuldhaft, ist eine Vertragsstrafe von 0,3 % der Nettoabrechnungssumme, jedoch mindestens 520,- € je Werktag und nicht fertiggestellter Wohneinheit vereinbart, höchstens jedoch 5% der Nettoauftragssumme.« Die Regelung stellt nicht sicher, dass der Tagessatz der Vertragsstrafe nicht die in der Rechtsprechung anerkannte Höchstgrenze von 0,3% der Nettoabrechnungssumme überschreitet.

  • Autor: BGH, Urteil vom 2.6.2016 - VII ZR 348/13

    1. Die (lange) Verjährungsfrist des § 634a Abs. 1 Nr. 2 BGB von fünf Jahren für Arbeiten bei Bauwerken findet für die nachträgliche Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem Dach einer Tennishalle Anwendung, wenn die Photovoltaikanlage zur dauernden Nutzung fest eingebaut
    wird, der Einbau eine grundlegende Erneuerung der Tennishalle darstellt, die einer Neuerrichtung gleich zu achten ist, und die Photovoltaikanlage der Tennishalle dient, indem sie eine Funktion für diese erfüllt.

    2. Eine auf dem Dach einer Tennishalle nachträglich errichtete Photovoltaikanlage erfüllt eine Funktion für die Tennishalle, wenn die Tennishalle aufgrund einer Funktionserweiterung zusätzlich Trägerobjekt einer Photovoltaikanlage sein soll. Unerheblich ist, dass die Photovoltaikanlage der Stromversorgung der Tennishalle nicht dient.

  • Autor: OLG Brandenburg, Urteil vom 5.4.2017 - 4 U 112/14

    1. Ein Architektenvertrag kann aus wichtigem Grund gekündigt werden, wenn die Vertragsfortsetzung für den Auftraggeber unzumutbar ist.

    2. Ein wichtiger Kündigungsgrund ist anzunehmen, wenn der Architekt das für den Architektenvertrag vorauszusetzende Vertrauensverhältnis durch sein schuldhaftes Verhalten derart empfindlich stört, dass die Erreichung des Vertragszwecks gefährdet und dem Auftraggeber die Vertragsfortsetzung nicht mehr zugemutet werden kann.

    3. Ist die vom Architekten erbrachte Ausführungsplanung in mehrfacher Hinsicht mit erheblichen Mängeln behaftet (hier: weil sie in eklatantem Widerspruch zur Baugenehmigung
    steht) und haben sich die Planungsfehler bereits im Bauwerk manifestiert, ist die Vertragsfortsetzung für den Auftraggeber nicht zumutbar.

    4. Haben sich die gravierenden Fehler der Ausführungsplanung bereits im Bauwerk verkörpert, setzt eine Kündigung aus wichtigem Grund nicht voraus, dass der Auftraggeber vor Ausspruch der Kündigung die Fehler rügt oder anmahnt.